Terminänderung Kammermusik im Wiener Saal: Ersatztermin für das Stadler Quartett im April

Das für den 23. Februar 2016 geplante Konzert in der Reihe „Kammermusik im Wiener Saal“ des Stadler Quartetts muss aus persönlichen Gründen der Künstler verschoben werden.

Der Ersatztermin für das Konzert ist Dienstag, der 12. April 2016, 19:30 Uhr im Wiener Saal der Stiftung Mozarteum.

Die Karten behalten ihre GültigkeStadlerQuartettit. Das Programm bleibt bestehen. Restkarten sind im Kartenbüro unter tickets@mozarteum.at und unter der Telefonnummer: 0043 662 873154 erhältlich.

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Höhepunkte der Mozartwoche von 1956 bis heute auf CD und DVD

Die Medienproduktionen der Stiftung Mozarteum SalzburgFolderMedienproduktionen

Seit einigen Jahren präsentiert die Stiftung Mozarteum Salzburg vergangene und aktuelle Aufzeichnungen wichtiger Konzert- und Bühnenproduktionen als CD und DVD.
In Zusammenarbeit mit dem Label belvedere edition und dem Archivschatz des ORF veröffentlicht die Stiftung Mozarteum unter anderem seit 2014 eine eigene Edition mit Höhepunkten der Mozartwoche von den Anfängen (1956) bis heute.

Die neueste Errungenschaft sind hierbei zwei DVDs mit sämtlichen Streichquintetten Mozarts aus der Mozartwoche 2014 mit Renaud Capuçon, Alina Ibragimova, Léa Hennino, Gérard Caussé und Clemens Hagen.

Matthias Schulz: „Es gibt selbstverständlich keine CD/DVD, die einen persönlichen
Besuch im Konzert ersetzen könnte, denn die unmittelbare Erfahrung im Großen Saal der Stiftung Mozarteum ist einzigartig. Dennoch freuen wir uns sehr, dass einige Glanzstücke aus der Vergangenheit nun Stück für Stück gehoben werden.“

Zeit- und Interpretationsgeschichte werden bei diesen Aufnahmen auf sorgfältig restaurierten Tondokumenten in hervorragender Klangqualität hörbar gemacht. Namhafte Künstler wie Wilhelm Backhaus, Barbara Bonney, Clara Haskil, Herbert von Karajan, András Schiff oder Sándor Végh, die seit Anbeginn die Mozartwoche geprägt haben, setzen darin ihre Akzente hinsichtlich Interpretation und künstlerischer Sinndeutung.

Weitere aktuelle Aufnahmen konnten im Rahmen der Mozartwoche 2015 realisiert werden. So wurde die einzigartige Produktion ‚Davide penitente‘ mit Bartabas und der Académie équestre de Versailles aus der Salzburger Felsenreitschule für TV-Übertragungen und DVD aufgezeichnet.

Die Originalinstrumente Mozarts sind weitere Juwelen der Stiftung Mozarteum, die sowohl in den vergangenen Jahrzehnten, als auch in jüngster Vergangenheit – wie beispielsweise mit Marc Minkowski und den Musiciens du Louvre in der Mozartwoche 2015 oder bei der Mozartwoche 2016 im Tanzmeistersaal des Mozart-Wohnhauses – aufgezeichnet wurden.
Weitere Kooperationen, wie die Aufnahme sämtlicher Klaviersonaten Mozarts im Großen Saal der Stiftung Mozarteum mit Fazil Say oder die aktuelle Aufzeichnung eines neuen Albums mit Marianne Crebassa und dem Mozarteumorchester Salzburg unter Marc Minkowski, prägen die facettenreichen Medienproduktionen der Stiftung Mozarteum Salzburg ebenso wie eigene Publikationen, die anlässlich wichtiger Momente produziert wurden.

Den Folder zu den Medienproduktionen finden Sie hier: http://www.mozarteum.at/presse-medien/medienproduktioinen-stiftung-mozarteum-salzburg.html

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Quatuor Sine Nomine spielt an Stelle von Quatuor Ébène

Pierre-Antoine Grisoni / STRATES   OA 732/2 Quatuor Sine Nomine, Lausanne, Suisse, le 27 mars 2007,

Pierre-Antoine Grisoni / STRATES OA 732/2 Quatuor Sine Nomine, Lausanne, Suisse, le 27 mars 2007,

Das Quatuor Sine Nomine wird das Konzert #19 am Donnerstag, den 28. Jänner um 11 Uhr im Großen Saal der Stiftung Mozarteum übernehmen, nachdem das Quatuor Ébène wegen einer Handverletzung eines Ensemblemitglieds diesen Auftritt leider absagen muss.

1975 gegründet, kann das Quatuor Sine Nomine auf eine 40-jährige Karriere zurückblicken mit Konzerten vor allem in Europa und Nordamerika, zahlreichen CD-Einspielungen und einem eigenen Kammermusikfestival in Lausanne. Sein Repertoire ist umfangreich und vielseitig, beinhaltet die „Klassiker“ gleichermaßen wie eine große Zahl an zeitgenössischen Werken. Henri Dutilleux’ „Ainsi la nuit“, das in diesem Mozartwoche-Konzert zu hören sein wird, wurde von dem Quatuor Sine Nomine bereits 1991 – in Anwesenheit des Komponisten – eingespielt.

Das Quatuor Sine Nomine spielt in der Besetzung: Patrick Genet und François Gottraux (Violine), Hans Egidi (Viola) und Marc Jaermann (Violoncello).

Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Restkarten sind unter http://www.mozarteum.at, tickets@mozarteum.at oder telefonisch unter 0043 662 873154 zu erhalten.

Das aktuelle Programm:

Mozart
Streichquartett G-Dur KV 387
(statt KV 136)

Henri Dutilleux
„Ainsi la nuit“ für zwei Violoinen, Viola und Violoncello

Felix Mendelssohn Bartholdy
Quartett f-Moll für zwei Violinen, Viola und Violoncello op. 80 MWV R 37

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Umbesetzung Mozartwoche 2016: Das Elias String Quartet spielt an Stelle des Hagen Quartetts

Janacek subtitled his String Quartet No. 2 "Intimate Letters," a reference to the 700 letters he wrote to the younger woman he longed for.

Aufgrund einer Schulterverletzung von Veronika Hagen musste das Hagen Quartett das Konzert #30 der Mozartwoche am 31.1.2016 um 11:00 Uhr im Großen Saal der Stiftung Mozarteum leider absagen. Wir freuen uns, dass das Elias String Quartet, eines der führenden Quartette seiner Generation, einspringt und das Konzertprogramm weitestgehend übernimmt. Mit diesem Konzert feiert das Elias String Quartet (bestehend aus Sara Bitlloch (Violine), Donald Grant (Violine), Martin Saving (Viola) und Marie Bitlloch (Violoncello) sein Debüt bei der Mozartwoche.

Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Restkarten sind unter http://www.mozarteum.at, tickets@mozarteum.at oder telefonisch unter 0043 662 873154 zu erhalten.

Programm:
Felix Mendelssohn Bartholdy
Quartett a-Moll für zwei Violinen, Viola und Violoncello op. 13 – MWV R 22                           (wie angekündigt)
Mozart
Quartett in A-Dur für zwei Violinen, Viola und Violoncello KV 464 (als neues Werk)
— Pause —
Robert Schumann
Quartett Nr. 1 a-Moll für zwei Violinen, Viola und Violoncello op. 41 Nr. 1                             (wie angekündigt)

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Pablo Heras-Casado übernimmt Mozartwoche-Konzert von Nikolaus Harnoncourt

Nikolaus Harnoncourt hat der Stiftung Mozarteum Salzburg in einem persönlichen Brief mitgeteilt, dass er seine Mitwirkung an der bevorstehenden Mozartwoche absagen muss. Wie seit kurzem bekannt, zieht sich Nikolaus Harnoncourt von seiner aktiven Dirigentenlaufbahn komplett zurück. Pablo Heras-Casado, der das Vertrauen von Nikolaus Harnoncourt genießt, wird das dritte Philharmoniker-Konzert bei der Mozartwoche 2016 am Samstag, dem 30. Jänner um 19.30 Uhr im Großen Festspielhaus dirigieren; das Programm bleibt unverändert.

Seit seinem ersten Konzert bei der Mozartwoche 1980, als er das Concertgebouw-Orchester Amsterdam mit einem reinen Mozart-Programm leitete, ist Nikolaus Harnoncourt der Stiftung Mozarteum Salzburg verbunden. Er dirigierte zahlreiche Konzerte und konzertante Opernaufführungen bei der Mozartwoche und hielt in diesem Rahmen auch die Festrede anlässlich des Festaktes zur Eröffnung des Mozart-Jahres 2006. 2011 wurde er mit der Goldenen Mozart-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Stiftung Mozarteum Salzburg, geehrt.

Für Nikolaus Harnoncourt ist ein musikwissenschaftliches Fundament und der Bezug zu den Quellen für die künstlerische Betätigung wesentlich: Er gehört zu den ersten Dirigenten, die auch bei „Repertoirestücken“ die Originalquellen stets minutiös studiert und ausgewertet haben. Daraus entstand zwischen ihm und der Editionsleitung der von der Stiftung Mozarteum Salzburg herausgegebenen Neuen Mozart-Ausgabe ein viele Jahrzehnte währender, ebenso lebhafter wie fruchtbarer Dialog.

Karten unter tickets@mozarteum.at

 

Pablo Heras-Casado, Dirigent, Juni 2011 Philharmonie, Essen, Sonja Werner, Fotografie

Pablo Heras-Casado, Dirigent,
Juni 2011
Philharmonie, Essen,
Sonja Werner, Fotografie

 

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Hommage an und Ehrung von Lotte Schwarz

Hommage_an_LotteSchwarz(c)ISMChristophOberschneiderZu Ehren der großen Musik-Mäzenin Lotte Schwarz, die im November 2015 verstarb, fand am Samstag, 5. Dezember 2015, im Wiener Saal der Stiftung Mozarteum Salzburg ein Konzert mit jungen Musikern statt.

Im Rahmen dieses Gedenkkonzerts wurde die Silberne Mozart-Medaille der Stiftung Mozarteum Salzburg an das Ehepaar Lotte Schwarz (posthum) und Graziano Mandozzi verliehen. Herr Mandozzi nahm die Medaille im Wiener Saal auch stellvertretend für Lotte Schwarz entgegen. Kfm. Geschäftsführer und künstlerischer Leiter der Stiftung Mozarteum Matthias Schulz hat die Laudatio gehalten.

Lotte Schwarz unterstützte und förderte junge Künstler nachhaltig. Sie stand in engem Kontakt und Austausch mit der Stiftung Mozarteum Salzburg. Zuletzt hat sie deren Opernproduktion Orfeo ed Euridice, die Digitalisierung des Katalogs der Bibliotheca Mozartiana sowie die Reihe Orgel zu Mittag substantiell unterstützt.

 

Ihre Großzügigkeit zeigte sich nicht nur in ihren zahlreichen finanziellen Zuwendungen. Sie war auch stets eine geschätzte Gesprächspartnerin in wissenschaftlichen, intellektuellen und künstlerischen Kreisen.

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Besetzungsänderung bei den Dialogen „Zeit“

ERDMANN_2010_11_E_1264059 (c) Felix Broedesophie_karthauser_photo_MolinaVisuals 7Golda Schultz musste Ihr Engagement bei den Dialogen „Zeit“ krankheitsbedingt leider absagen. Wir freuen uns, dass zwei überaus renommierte Sängerinnen, die sich beide in Salzburg bereits einen großen Namen gemacht haben, kurzfristig einspringen können: Mojca Erdmann wird die Uraufführung von „Spazio immergente“ von Beat Furrer im Konzert morgen Samstag, den 28.11.2015 übernehmen sowie eine Auswahl an Mozart Liedern und Arien singen. Sophie Karthäuser wird den Sopranpart im Mozart Requiem am Sonntag, den 29.11.2015 übernehmen.

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Das für morgen geplante Kammerkonzert findet nicht statt

Pires_websiteHeute Mittag erreichte uns die Nachricht, daß Frau Pires das morgige Konzert aufgrund einer akuten Erkrankung leider absagen muß.
Von dieser Absage sind auch sämtliche Konzerte, die sie in den beiden nächsten Wochen gespielt hätte, betroffen.
Frau Pires und wir bedauern die kurzfristige Absage sehr!

Wir werden Ihnen im Frühjahr 2016 einen Ersatztermin anbieten.

Ihre Konzertkarten behalten selbstverständlich die Gültigkeit. Auf Wunsch können wir Ihre Karte gegen ein anderes Konzert in der Reihe „Kammermusik im Großen Saal“ umtauschen, dazu benötigen wir die Originalkarte des Konzerts vom 29.09.2015.

Informationen unter:
Internationale Stiftung Mozarteum
Kartenbüro im Mozart Wohnhaus
Theatergasse 2
5020 Salzburg, Austria
T +43 (0) 662 87 31 54
E tickets@mozarteum.at

 

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Vermeintliche Sensationsentdeckung im Nannerl-Notenbuch ist keine

Für Aufsehen hat kurzzeitig die These des australischen Musikers Martin Jarvis gesorgt, erstmals die kalligraphische Notenschrift von Mozarts älterer Schwester Maria Anna, genannt Nannerl, identifiziert und damit ihre Beteiligung an der musikalischen Ausbildung des jungen Mozart nachgewiesen zu haben.

Dies sei das Ergebnis fünfjähriger Forschungsarbeit, die Jarvis, Professor am Konfuzius-Institut der Charles Darwin University in Sidney, mit einem Expertenteam durchgeführt habe (Siehe: http://www.cdu.edu.au/newsroom/mozartmyster und http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/australiaandthepacific/australia/11848915/Mozarts-sister-composed-works-used-by-younger-brother.html). Die These beruht allerdings ausschließlich auf der angeblichen Identifizierung des von Wolfgang Plath bei der Diskussion des Nannerl-Notenbuchs im Rahmen der Neuen Mozart-Ausgabe als „Anonymous 1“ bezeichneten Schreibers: Nach Einschätzung von Jarvis ist Anonymous 1 „likely to have been Maria Anna herself.“

Diese Einschätzung ist aber völlig unbegründet: In der Mozart-Forschung ist dieser Schreiber spätestens seit 1972 (Ernst Hintermaier, 1991 präzisiert durch Cliff Eisen) namentlich bekannt: Es handelt sich um Joseph Richard Estlinger (1720–1791), der seit 1760 als Kontrabassist am fürsterzbischöflichen Hof in Salzburg angestellt war und dort zusätzlich als Kopist wirkte; er übernahm auch regelmäßig private Kopistendienste für die Mozart-Familie.

Mit der fehlerhaften Schreiberidentifizierung sind alle weiter reichenden Folgerungen von Jarvis obsolet.

Hintergrund

Im Jahr 1759 legte Leopold Mozart für seine damals achtjährige Tochter Maria Anna ein Klavierbüchlein an; das Buch blieb bis zum Ende der großen Westeuropareise 1763–1766 im Gebrauch. Im Laufe der Zeit wurde das Buch mit mehr als 60 Klavierstücken mit wachsendem technischem Anspruch gefüllt. Leopold trug auch erste Elemente zur Musiktheorie ein. Das Buch wurde bald auch für den Klavierunterricht ihres jüngeren Bruders Wolfgang verwendet. Das Nannerl-Notenbuch ist ein lebendiges Zeugnis für die musikalische Ausbildung von Maria Anna und Wolfgang Mozart; seine einzigartige Stellung unter den Salzburger Klavierbüchern aus der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts ergibt sich daraus, dass es die frühesten Kompositionen von Wolfgang Amadé Mozart enthält, größtenteils in der Handschrift Leopolds, der Stücke, die Wolfgang am Klavier vorspielte, aufschrieb. Das Nannerl-Notenbuch ist nicht vollständig erhalten geblieben; das größte Bruchstück (72 Seiten) befindet sich seit 1864 im Besitz der heutigen Stiftung Mozarteum Salzburg.

Im Rahmen der systematischen Erfassung der musikalischen Quellen aus dem Salzburger Dom ist Joseph Richard Estlinger inzwischen in zahlreichen Abschriften aus der Zeit um 1760 bis in die späten 1780er-Jahre nahezu lückenlos als Kopist nachgewiesen (Siehe http://www.kirchen.net/upload/25774_Estlinger.pdf und http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Estlinger,_Joseph_Richard_(1720–1791)). Umgekehrt ist aber auch Maria Annas Notenhandschrift durch zahlreiche Schriftzeugnisse, die bis zur großen Westeuropareise 1763–1766 zurückreichen, belegt. Ihre insgesamt eher ungelenk wirkende Schriftzüge und die geübte Kopistenschrift Estlingers sind leicht voneinander zu unterscheiden. Die Unterschiede der Schreiberhände können auch nicht durch eine „Gebrauchsschrift“ versus eine „Reinschrift“ erklärt werden.

Hingewiesen sei schließlich darauf, dass nach gegenwärtigem Kenntnisstand kein einziges der etwa 20 Stücke, die Estlinger – in Leopold Mozarts Auftrag – in das Nannerl-Notenbuch eingetragen hat, eine Komposition des jungen Mozart ist. Vielmehr handelt es sich um Übungsstücke, die überwiegend auch in anderen Salzburger Klaviermusikquellen überliefert sind. Maria Anna Mozart selbst hat offenbar keine Stücke eigenhändig in ihr Notenbuch eingetragen.

Jarvis hatte bereits 2006 die musikalische Welt mit der gleichfalls unverifizierten Behauptung überrascht, die bekannten Cellosuiten BWV 1007–1012 von Johann Sebastian Bach seien in Wirklichkeit musikalische Kompositionen seiner Ehefrau Anna Magdalena Bach.

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Ein Mozart-Autograph kehrt nach mehr als 200 Jahren nach Salzburg zurück

Leisinger_Brinzing_Autograph(c)ISM_KatzerDie Stiftung Mozarteum konnte durch die großzügige Unterstützung einer privaten Spenderin ein umfangreiches Mozart-Autograph erwerben. Die Abschrift eines Werkes von Eugenio di Ligniville durch Wolfgang und Leopold Mozart befand sich bislang in Privatbesitz. Während der Festspielzeit wird das Autograph im Mozart-Wohnhaus im Original zu sehen sein.

Während sich die meisten Mozart-Autographe seit Langem in Sammlungen befinden, die öffentlich zugänglich sind, sind einige wenige Handschriften der interessierten Fachwelt nie zugänglich gewesen. Zu diesen Stücken gehört das Stabat Mater KV Anh. A 17, dessen Original Ende der 20er-Jahre mit anderen Mozart-Quellen des Musikverlags André in Offenbach erstmals zur Versteigerung ausgerufen war. Johann Anton André, der Sohn des Verlagsgründers, hatte Ende 1799 den musikalischen Nachlass von Wolfgang Amadé Mozart von dessen Witwe Constanze angekauft.

Die kleinformatige Handschrift (17 x 22 cm) mit 12 beschriebenen Seiten, die Abschrift eines Werkes von Eugenio di Ligniville durch Wolfgang und Leopold Mozart, wanderte in Privatbesitz. Am 28. Mai 2015 kam das Stück bei Sotheby’s in London erneut zur Versteigerung und konnte dank großzügiger Unterstützung einer privaten Spenderin für 167.000 Britische Pfund (237.000 Euro) von der Stiftung Mozarteum Salzburg erworben werden.

Die Originalhandschrift, die nun erstmals der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann, bietet Aufschlüsse über die musikalischen Studien der Familie Mozart. Wolfgang und Leopold Mozart hatten Eugenio di Ligniville (1727 – 1778), den Musikintendanten des Großherzogs der Toskana Peter Leopold (später als Leopold II. römisch-deutscher Kaiser), Anfang April 1770 auf der ersten Italienreise in Florenz persönlich kennengelernt. Die Noten hat Wolfgang Amadé Mozart geschrieben, den Text hat Leopold eingetragen, allerdings nur unvollständig. Das Werk wies als Studienmanuskript ursprünglich weder einen Titel noch eine Autorenangabe auf; die Angabe „Stabat mater“ (in blasser Schrift) auf der ersten Notenseite wurde erst im 19. Jahrhundert hinzugefügt.
Von den insgesamt knapp dreißig Einzelkanons, aus denen Lignivilles Vertonung des Stabat mater besteht, und die im Erstdruck (ohne Ort, um 1767) in einer Rätselnotation aufgezeichnet sind, haben die Mozarts nur eine Auswahl von 9 Sätzen abgeschrieben und in vollständiger Partitur notiert. Papier- und Schriftbefund lassen erkennen, dass die Handschrift nicht, wie lange vermutet, bereits 1770 während der ersten Italienreise entstanden ist, sondern erst um 1773 in Salzburg. Sie belegt damit das lang anhaltende Interesse der Mozart-Familie an den kontrapunktischen Künsten Lignivilles, der ebenso wie Mozart ein Mitglied der berühmten Accademia Filarmonica in Bologna war.
Eine kommentierte Faksimileausgabe des Autographs ist in Vorbereitung.

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